Humanismus

 

In einem seiner „Briefe zur Beförderung der Humanität“ schreibt der Philosoph Johann Gottfried Herder:
„Das Göttliche in unserm Geschlecht ist also Bildung zur Humanität. Alle großen und guten Menschen, Gesetzgeber, Erfinder, Philosophen, Dichter, Künstler, jeder edle Mensch in seinem Stande, bei der Erziehung seiner Kinder, bei der Beobachtung seiner Pflichten, durch Beispiel, Werk, Institut und Lehre hat dazu mitgeholfen. Humanität ist der Schatz und die Ausbeute aller menschlichen Bemühungen, gleichsam die Kunst unseres Geschlechts. Die Bildung zu ihr ist ein Werk, das unablässig fortgesetzt werden muss, oder wir sinken zur rohen Tierheit, zur Brutalität zurück.“

Die Humanität ist die praktische Umsetzung der Ideen des Humanismus (Förster, a. a. O., S. 560).

Humanismus ist eine Weltanschauung, die sich an der Würde des Menschen orientiert und nach Menschlichkeit und Bildung strebt. In dieser Form und Auffassung existiert der Humanismus als „Humanitas“ seit mehr als zweieinhalbtausend Jahren, auch wenn der Begriff Humanismus selbst erst seit dem Jahr 1808 existiert und von dem Theologen Friedrich Immanuel Niethammer erstmals verwendet wurde.

Vor allem wurde der klassische Humanismus durch Platon und Cicero inspiriert. Letzterer prägte maßgeblich den Begriff Humanitas. Humanität ist dem Menschen nicht angeboren, erst durch die Erziehung in den Künsten (artes) wird die Jugend zur humanitas geformt und gebildet (Cicero, Rede für Archias 4b)

Zentrale Fragen des Humanismus sind: „Was ist der Mensch? Was ist sein wahres Wesen? Wie kann der Mensch dem Menschen ein Mensch sein?“

Humanismus bezeichnet die Gesamtheit der Ideen von Menschlichkeit und des Strebens danach, das menschliche Dasein zu verbessern. Dies ist Jedoch nicht allein die Aufgabe des Staates, sondern vielmehr die eines jeden Einzelnen. Und es setzt voraus, dass jeder einzelne zur Selbstreflexion fähig ist, sich bildet und ständig an seiner Persönlichkeit feilt, die es gilt zu vervollkommnen.

Deshalb bedeutet der delphische Spruch gnothi seauton (erkenne dich selbst) nicht nur: „Erkenne deine Nichtigkeit und denke daran, dass du ein Mensch und kein Gott bist“, sondern auch: „Erkenne deine wunderbare Anlage, deine hohe Bestimmung, deine Würde und deine Pflicht“ (Friedrich Klingner: Humanität und Humanitas, in: Römische Geisteswelt, 1979, S. 728 f.).

„Bildet zum Menschen euch aus“ riefen Goethe und Schiller ihren Zeitgenossen zu (Xenien 86 von 1797)

 

 

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